Unternehmensgeschichte

Am 24. September 1910 erblickte im kleinen Dorf St. Annaland in der Provinz Seeland im Süden der Niederlande der spätere Gründer des Familienunternehmens Witte van Moort das Licht der Welt. Schon als kleiner Junge stellte er seinen besonderen Geschäftssinn unter Beweis. Noch vor seinem zehnten Geburtstag gründete er sein erstes kleines Unternehmen im Schuppen seines Großvaters. Mit 18 nahm der junge Witte Abschied von seiner Heimat und fand seine erste Anstellung als Automechaniker in Twente, im Osten der Niederlande. 1937 heiratete er seine Jugendliebe Frida und zwei Jahre später, am 24. Mai 1939, wurde ihr Sohn Adriaan geboren.

In den 40er und 50er Jahren entstand die Basis des Unternehmens Witte van Moort. Fahrradschläuche waren damals Mangelware – das weckte den Geschäftssinn und Erfindergeist in Witte. Nach langen Experimenten in seinem Schuppen gelang ihm die Herstellung seines ersten vulkanisierten Schlauchs. Als Witte kurz darauf durch Zufall eine kleine Spindelpresse angeboten wurde, mit der er Metallblech in Formen pressen konnte, war die Entwicklung von Metaalwarenindustrie Witte van Moort nicht mehr aufzuhalten. Für die damalige Zeit war es eine große Investition, aber der Unternehmer Witte erkannte sofort die vielen Möglichkeiten, die ihm diese Presse bot. Innerhalb kürzester Zeit begann er mit der Produktion von kleinen Benzintanks für Mofas: sein erstes echtes Tiefziehprodukt war geboren. Als Witte einige Monate später seinen ersten Großauftrag erhält, sind Spindelpresse und Schuppen schnell Geschichte. Eine richtige Fabrikhalle mit professionellem Maschinenpark wird aus dem Boden gestampft.

Nachdem sich das Unternehmen in den 60er Jahren zu einem großen, erfolgreichen Hersteller von Mofateilen entwickelt hatte, stagnierte Anfang der 70er Jahre die Nachfrage nach Mofas und es wurde Zeit für neue Ideen. In dieser Zeit wurde Adri van Moort, Wittes ältester Sohn, zum Mitgeschäftsführer des Unternehmens ernannt. Unter seiner Leitung entstand die eigene Werkzeugmacherei. Damals wurde der Grundstein für das Wissen und Know-how gelegt, von dem unsere Kunden noch heute tagtäglich profitieren. Auch die Autogastanks fanden schnell immer mehr Abnehmer und das erste ERP-System hielt Einzug bei Witte van Moort.

In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich Witte van Moort unter der inspirierenden Leitung von Vater und Sohn schnell zum führenden Hersteller und Experten für das Tiefziehen von Blech – nicht zuletzt, weil sie die Bedeutung des Computers schnell richtig einschätzten. Innovativ, wie das Unternehmen nun einmal ist, installierte Witte van Moort als eines der ersten Unternehmen der Niederlande in den 80er Jahren einen 2D-Laser und einen Schweißroboter. Die großen Erfolge verbuchte man in dieser Zeit vor allem mit dem Verkauf von Autogastanks. 1991 stellte das Unternehmen mit der erfolgreichen Zertifizierung nach ISO 9001 auch seine hohen Qualitätsansprüche unter Beweis. Die Digitalisierung des Produktionsverfahrens schritt weiter voran. So wurden 3D-CAD-Zeichensysteme eingeführt und man installierte – wiederum als eines der ersten Unternehmen in den Niederlanden – einen 3D-Laser. In den 90er Jahren wuchs das Exportgeschäft stetig und Witte van Moort darf sich heute zu Recht als internationalen Anbieter hochwertiger Stahlblechprodukte bezeichnen.

Das 21. Jahrhundert begann für Witte van Moort gleich mit einem Höhepunkt, als die größte Presse unseres Maschinenparks, eine doppeltwirkende hydraulische Tiefziehpresse mit 1500 Tonnen, installiert wurde. Der Produktionsapparat wurde weiter automatisiert und die Logistiksysteme und ‑prozesse weiter optimiert. So wurden 2D-Laser an automatisierte Blechlager angebunden. Am 2007 übertrug Adriaan die Geschäfte seinem Sohn, dem heutigen Geschäftsführer Wido van Moort. Unter seiner Leitung spezialisierte Witte van Moort sich weiter auf große und komplexe Tiefziehprodukte und Schweißarbeiten, das heutige Kerngeschäft des Unternehmens.